Zuversicht statt Angst
Der Blick durch die Wärmebildkamera
Angst ist etwas, das wir alle schonmal erlebt haben. Ich war letztens in Schermbeck mit meinem Freund im Wald spazieren. Es war wunderschönes herbstliches Wetter. Schon ein bisschen kalt, aber blauer Himmel. Irgendwann kam dann aber die Dämmerung und mit ihr später dann die Dunkelheit. Ich bin wahnsinnig schissig im Wald, wenn es dunkel ist. Unheimliche Geräusche von überall, ohne zu wissen was es war. So auch bei diesem Spaziergang. Rechts von uns raschelt etwas. Ich starre in die Richtung aus der das Geräusch kam, kann aber nichts entdecken. Hinter uns knackt etwas. Wieder fahre ich herum und versuche die Quelle auszumachen. Wieder nichts. Ein Rascheln über uns. Wieder sackt mir das Herz in die Hose. Kurze Zeit später höre ich aber das Schlagen von Flügeln. Wir haben wohl einen Vogel aufgeschreckt. Und obwohl ich das weiß, kann ich mich nicht entspannen. Nichts zu sehen, regt bei mir sehr die Phantasie an: Wildschweine, die uns ohne Grund angreifen, der Werwolf aus dem letzten Film, den es plötzlich doch gibt oder irgendwelche anderen skurrilen Dinge.
Mein Freund hatte seine Wärmebildkamera dabei, durch die man verschiedend warme Dinge unterschiedlich hell sehen kann. Je heller das Bild, desto wärmer das Gesehene. Ich fand es wahnsinnige spannend durch dieses Rohr unsere Umwelt zu beobachten. So entpuppt sich unheilvolles Rascheln als kleine Feldmaus, die auf der Flucht vor uns das Laub aufwühlt. Ein Knacken hinter uns kann ich zwar immer noch nicht zuordnen, aber durch die Wärmebildkamera sehe ich, dass wir nicht von einem Wildschwein verfolgt werden. Die blinde Umgebung wird plötzlich durch die Wärmebildkamera wieder heller und sogar noch durchschaubarer als vorher mit dem Rest des Tageslichtes. Ich sehe das helle Scheinen eines Feldhasens und eines Fuchses und sogar zwei Rehe und ein Rehkitz kann ich beobachten. Das hätte ich vorher nie gesehen. Der Wald ist nachts sogar richtig schön, wenn man plötzlich keine Angst mehr hat.
Ich finde, wir brauchen öfter im Leben den Blick durch eine Wärmebildkamera. Einen Perspektivwechsel, der uns die Angst vor unheimlichen Situationen nimmt. Gerade jetzt in der dunklen Jahreszeit, wenn man zum Beispiel eine wenig befahrene Straße entlangläuft, brauchen wir etwas, das uns die Situation heller erscheinen lässt. Häufig hat Angst etwas mit der eigenen Psyche zu tun. Und wer kann diese besser stärken als unser Glaube zu Gott. Denn selbst in der Bibel steht: „Gott hat uns nicht einen Geist der Verzagtheit gegeben, sondern den Geist der Kraft, der Liebe und der Besonnenheit.“ So müssen wir auch in düsteren Zeiten wagen, zu genießen, zu leben, zu lieben – und so die Schönheit der Welt zu erleben. Das Wünsche ich uns, dass wir mutiger durch das Leben gehen können, im Vertrauen auf Gott. Unserer ganz persönlichen Wärmebildkamera.