Wunschzettel
An Gott?!
Das wünsch ich sehr - instrumental
Letzte Woche war es soweit… Meine Mama hat mich gefragt, was ich mir dieses Jahr zu Weihnachten wünsche. Ich war natürlich bestens vorbereitet und fing sofort an meine Liste im Kopf durchzugehen und vorzutragen. : „Das neue Legoset, die ausgesuchten Kopfhörer, ein neues Kissen,…“ Sie stoppte mich und meinte nur: „So kann sich das doch kein Mensch merken. Schreib eine Liste, dann häng ich sie an den Kühlschrank. Falls die Oma fragt, kann ich nochmal nachlesen.“
Supi! Gesagt, getan! Ich setzte mich also hin und schrieb eine Liste mit der Überschrift „Ich wünsche mir:“ Gefolgt von einer Liste aller Dinge, die ich mir überlegt hatte. Dieser Wunschzettel hängt jetzt, wie schon zu Kindheitstagen, am Kühlschrank meiner Eltern. – Mal abwarten, was der Weihnachtsmann davon so bringt!
Das wünsch ich sehr
Ein paar Tage später fällt mir ein, dass ich überhaut nicht gefragt hatte, was sich meine Mama denn wünscht… Schnell eine Nachricht in die Whatsapp Familiengruppe geschickt, bekomme ich noch am gleichen Tag eine Antwort: „Ich weiß gerade gar nichts. Überleg dir doch etwas, was ich gut gebrauchen kann.“ Na super! Ich saß also wieder an meinem Schreibtisch und schreibe einen Wunschzettel, dieses Mal mit der Überschrift „Ich wünsche Dir:“
-> Dieses Mal füllt sich die Liste allerdings nicht so einfach. Was könnte sich meine Mama wohl wünschen? Was kann sie brauchen? Was hilft ihr oder über was freut sie sich? Vielleicht ein neuer Wecker, ein paar Handschuhe oder ein paar dicke Socken? Ein komisches Gefühl so viele Dinge auf die Liste zu schreiben, von denen ich gar nicht recht weiß ob meine Mama sie wirklich braucht. Am liebsten würde ich bloß Psalm 20 Vers 5 schreiben: „Gott erfülle die Wünsche deines Herzens und lasse alle deine Pläne gelingen.“
Das wünsch ich sehr
Wieso eigentlich nicht? Keiner hat gesagt ich solle ihr eine Liste für den Weihnachtsmann schreiben, also wieso nicht einen Wunschzettel an Gott schreiben? Wieso nicht eine Liste schreiben, gefüllt mit guten Wünschen? Ich schreibe also eine neue Liste.: „Ich wünsche dir: Eine Leidenschaft für die du brennst, Einen Ort an dem du zur Ruhe kommen kannst, Mut in Zeiten der Ausweglosigkeit, eine Hand die dich hält wenn du das Gefühl hast allein zu sein, eine Freundschaft die dir Halt gibt, ein Lachen, das so oft es geht laut erklingt, einen Regenbogen nach jeder Gewitterwolke. Ich wünsch dir, dass du jeden Tag mit einem Lächeln im Gesicht einschlafen kannst und mit Sonnenstrahlen im Herzen aufwachst. Ich wünsche dir, dass alle deine Herzenswünsche erfüllt werden und alle Pläne die du machst gelingen. Ich wünsch dir Gottes Segen!“
Dieser Wunschzettel hängt nun am Kühlschrank, direkt neben meinem und ich stelle mir vor, dass er auch am Kühlschrank von Gott hängt.
Ich frage dich jetzt also: was steht auf deinem Wunschzettel?
Das wünsch ich sehr - Kanon
Guter Gott,
mit einem Herzen voller Wünsche kommen wir zu Dir, wie Kinder die ihren Wunschzettel zur Kühlschranktür tragen. Wir breiten unsere tiefsten Sehnsüchte vor dir aus, in all ihrer Vielfalt – für uns selbst, für unsere Nächsten, für unsere Kirche und für die Welt.
Wir bitten dich, öffne unsere Herzen, damit unsere Wünsche nicht egoistisch, sondern im Einklang mit Deiner Liebe erwachsen. Lehre uns, dass wahre Erfüllung nicht nur in den Dingen liegt, die wir haben oder erreichen, sondern in der Nähe zu Dir und unseren Mitmenschen.
Begleite uns in der Synode, schenke uns einen klaren Blick, um Entscheidungen zu treffen, die eine nachhaltige und zukunftsrelevante Kirche ermöglichen.
Mögen Frieden und Gerechtigkeit, Mitgefühl und Vergebung, Nächstenliebe und Hoffnung auf unserem gemeinsamen Wunschzettel stehen. Segne unsere Gemeinschaft und lass unsere Wünsche und Entscheidungen zu einem Segen für deine Welt werden.
Amen
Ich wünsch dir Gottes Segen