Meine Andachten

Wunder

"Die Bibel wörtlich nehmen?"

„Ich habe schon einige Gespräche mit Menschen aus meinem engsten Umkreis geführt, in denen ich gefragt wurde: Glaubst du das, was da in der Bibel steht? Glaubst du das, was da steht, genau so? Und aus diesem Grund habe ich mir heute mal so eine Geschichte ausgesucht, wo sich diese Frage drauf beziehen kann, nämlich die Geschichte von Petrus auf dem Wasser…Wir lesen die Geschichte erst mal gemeinsam.

Fragen:

1. Was fällt euch zu der Geschichte ein? (Adjektiv, Nomen)
2. Wie fühlt sich Petrus?
a. Als er Jesus sieht
b. Wenn er Jesus ruft und ihn bittet zu sich zu rufen
3. Warum fordert er Jesus dazu auf ihn zu rufen (Vers 28)? Weil er ungläubig /„Kleingläubig“ ist?
a. Und Jesus folgt auch noch seiner Aufforderung. Warum?
b. Was sagt das über Jesus aus?
c. Was heißt das für mich?

Antworten:

1. Unglaublich, ein Wunder
2. Ängstlich
a. In Angst versetzt,
b. Übermütig? Mutig?
3. Weil er einen Beweis haben möchte, dass es Jesus ist.
a. Er kommt Petrus Bitte nach, weil er den Mut hat, zu fragen, das Vertrauen darauf, selbst auf das Wasser zu gehen und sich nur auf Jesus zu richten.

b. Er lässt sich von uns fordern, nicht herausfordern! Wenn wir uns etwas wünschen, dann kann er dafür sorgen, dass es gelingt.
Jesus hätte ja auch sagen können: „So schon mal gar nicht, mein Freund. Wer bist du, dass du über das Wasser gehen magst wie ich.“
? Jesus besteht nicht auf seine „Monopolstellung“, als der eine, der übers Wasser gehen kann, sondern er möchte es Petrus auch ermöglichen. Er verzichtet darauf, seine Macht auszuschmücken. Obwohl er etwas Unglaubliches vollbringt, möchte er die anderen gleich daran teilhaben lassen. Eine klassische Machtdemonstration ist nicht nach Jesus Façon.

c. Angeben ist nicht Jesu Ding, Prahlen, sich über andere Stellen ist nicht WWJD. Das gilt für die einfachen Dinge, wie bei Talenten, mit denen wir ausgestattet wurden und die wir anderen unter die Nase reiben könnten (Schule=Noten, Sport, etc.). Das gilt aber ganz besonders bei Glaubensfragen: Wir, die wir eine Hoffnung in uns tragen, die uns immer tragen kann, sollten nicht abschätzig über die Menschen urteilen, die diese Hoffnung nicht in sich haben, die keinen Glauben in Gott und in Jesus haben.

Warum?:

1. Eine unschöne Eigenschaft, die nichts mit „liebt einander wie euch selbst“ zu tun hat.
2. Das führt dazu, dass sich die Person, die keinen Glauben hat, auch sicher nicht dazu bewegt wird, sich mit diesem Thema auseinander zu setzen. Dann würde nämlich der Satz: Gottes Bodenpersonal lässt arg zu wünschen übrig…Mission heißt nämlich in den meisten Fällen etwas vorleben und nicht etwas vorzusagen. Das bewegt Menschen noch viel mehr.
Petrus, von dem als Ältester der Jünger irgendwie erwartet wird, dass er voran geht, ist im ersten Moment so mutig und gefestigt, dass er es schafft – er bleibt auf dem Wasser. Doch dann kommen die Zweifel in ihm hoch. Das ist nicht weiter schlimm. Ich kann mir sehr gut vorstellen, dass sich diese Geschichte so zugetragen hat. Es entspricht Jesu Wesen und Herangehensweise…?
Wie findet ihr solche Geschichten?
Warum hat Jesus Wunder vollbracht?

Um Menschen zu helfen und um der Welt zu zeigen, dass es Gott gibt, dass er der Sohn Gottes ist, dass der Weg zur Wahrheit ist, um auf die Wahrheit aufmerksam zu machen…
Warum sind diese Geschichten / Wundergeschichten von Jesus so wichtig?
Jesus hat den Auftrag bekommen, für eine begrenzte Zeit als Mensch wie du und ich auf der Erde zu wirken. Wenn das nicht so wäre, dann…
• hätte er nicht den Weg für uns zum ewigen Leben geebnet.
• hätte er uns nicht vorgelebt, wie wir eine Beziehung zu ihm aufbauen können
• hätte er uns nicht zeigen können, wie wir einen Zugang zu Gott bekommen

Und diese Wundergeschichten spornen uns darin an, fordern uns heraus, geben uns etwas, an dem wir wachsen können:
• in unserem Glauben
• in unserer Bindung zu ihm

Wenn wir erst einmal nicht glauben können, ist das keine Sackgasse. Dieser Zustand kann sich ändern. Der Wunsch allein, diesen Glauben zu erlangen, der kann schon einiges ändern. Wenn man so fragt: „Glaubst du etwa daran?“, impliziert das nicht nur, dass man selber nicht daran glauben kann, sondern dass man dem anderen das auch noch mehr oder weniger wünscht, nicht daran zu glauben (weil man mehr oder weniger nicht ganz dicht sein kann, wenn man daran glaubt).
Wie kann man als gut gebildeter und ausgebildeter Mensch sein, dass man daran glaubt, wo man doch all die Naturgesetze und die Gesetze des möglichen kennt?

Aber darum geht es überhaupt nicht. Wenn ich daran glaube, stelle ich ja nicht alle Gesetzmäßigkeiten in Frage. Ich weiß, dass es sie gibt. Aber irgendwo müssen die ja her kommen. Und jemand hat die geschaffen und kann sie daher auch außer Kraft setzen. Aber das ist gar nicht der Punkt, sondern diese Geschichte(n) soll(en) uns etwas ganz anderes mit auf den Weg geben…
denn:
Die Beziehung zu Jesus ist etwas, das für den menschlichen Verstand nicht so einfach zu verarbeiten ist; deswegen werden wir als Christ ja auch oft blöd angemacht, von außen...

Wie kann man an etwas glauben, dass ich nicht mal sehen kann/ eine Beziehung zu jemanden haben, der nicht physisch anwesend ist?

Und dann soll diese Bindung auch noch stärker werden, als alle anderen Beziehungen, die wir zu Menschen in unserer Umgebung führen. Wie geht das?
Um uns zu zeigen, wie das geht, dafür hat er uns diese Geschichten gegeben. Kannst du glauben, was da steht? Warum? Warum nicht?
Wenn wir uns darauf einlassen, auf den Gedanken, dass Gott der Schöpfer der Welt ist, dass Jesus sein eingeborener Sohn ist, dann kann man sich auch auf die Wundergeschichten einlassen. Und dann wird man an diesen Geschichten wachsen. (Dann wird man ähnliche Situationen wie Petrus erleben und „kleine“ Wunder vollbringen, mit Jesu Hilfe. ) Das heißt nicht, dass ihr gleich auf den nächsten See gehen sollt und dort versucht einen 100 m Lauf hinzulegen. Jesus hat Petrus aufgefordert. Darauf müssen wir hören.


Wozu fordert Jesus uns auf?
Wie erfahren wir das, wozu er uns auffordert?
Wenn man sich auf diese Herausforderung der Wundergeschichten einlässt, dann kann man mit einer ganz anderen „Selbstverständlichkeit“ beten, in dem festen Glauben, dass das, was wir erbitten, auch in dem Maß geschieht, wie es uns fordert. Wenn man nämlich solche Geschichten glauben kann, dann kann man auch mit gestärktem Glauben Beten, und diese Gebete haben dann eine ganz andere Tiefe. Das Gespräch zu Jesus, dass Gespräch zu Gott wird intensiver, die Beziehung enger. Ich habe Dinge, die ich nur Gott erzählen kann, die nur Jesus versteht…und ich kann für Dinge bitten, die unter normalen Umständen unmöglich sind, für die man sonst nie auf die Idee kommt, dafür zu bitten…(Bitte schenke uns eine Wohnung, schenke mir Genesung von einer chronischen Erkrankung, etc.) Man kann darum bitten, und dann darauf warten, dass Jesus einen ruft. Man kann dafür bitten, gerufen zu werden und man kann darum bitten, den Ruf auch zu erkennen, denn das ist oft das schwierigste.

Warum wir eher selten zu solchen Dingen gerufen werden wie "übers Wasser zu gehen", das kann ich euch auch nicht sagen, dazu werdet ihr irgendwann die Möglichkeit haben diese Frage loszuwerden. Vielleicht, weil Jesus weiß, dass uns das nicht gut tun würde, wir größenwahnsinnig würden, weil wir nicht wirklich darauf vorbereitet sind…
Petrus hat auch noch weitere unglaubliche Fehler (drei Mal Jesus verleugnet, ich hätte es vermutlich auch getan) und unglaubliche Werke vollbracht (die Kirche gegründet) und Gott hat ihn für diese Aufgabe vorbereitet, mit Jesus darauf vorbereitet, was er in Vertrauen auf den heiligen Geist alles zu tun vermag, ohne jemals zu vergessen, warum und woraus er das alles tun kann…

Und für uns heißt das?
Wir erleben auch Wunder. Wie oft bin ich schon in Gedanken durch den alltäglichen Verkehr gegurkt und bin plötzlich in einer Situation, wo auch gut und gerne ein Auto hätte mir unglücklich entgegen kommen sollen…
Wie oft habe ich schon in der Sonne gesessen, durchströmt von absoluter Wärme und Geborgenheit, purem Glück und Zufriedenheit.

Haben wir nicht auch ab und zu (sehr selten zwar, aber es kommt dennoch vor) den absoluten Durchblick, wissen genau was zu tun ist? Natürlich ist das nicht unbedingt der häufigere Fall, aber dennoch.

Sind das keine „kleinen“ Wunder?

Wer sagt/ bestimmt denn eigentlich, was klein und was groß ist?
Oft erkennen wir Jesus nicht, wenn er uns begegnet: Im Bruder, in der Schwester, im Freund, im Bäcker, im Friseur, im Passanten, der uns entgegen kommt und grüßt, der uns den Weg erklärt.
Oft erkennen wir Jesu Ruf nicht: Wenn er uns in den eben genannten Personen begegnet und eine Botschaft überbringt.
Wenn euch jemand anspricht, der euch gar nicht gut kennt und auf einmal genau das herausstellt, was euch gerade beschäftigt…Dann glaube ich fest daran, dass Jesus mich ruft und ich muss nur noch dem Ruf folgen.

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