Wo Früchte wachsen
Früchte und Pflanzen der Bibel - Andachten für jeden Tag
Ein Mann besucht einen Mönch in einer kargen Wüstengegend. „Vater“, sagt er, „Ich weiß, Gebet gehört zu deinem Lebensalltag. Doch meine Gebete scheinen leer zu bleiben. Die meisten von ihnen bleiben unerhört.“ Der Mönch sah ihn an und reichte ihm einen Krug. „Komm eine Woche lang jeden Tag hierher. Gehe zu dem Brunnen, der hinter dem Hügel liegt, schöpfe Wasser und bring es mir.
Der Mann war folgsam, doch schon am ersten Tag merkte er, dass der Krug Risse hatte. So viele, dass nichts von dem Wasser den Mönch erreichte. Weil er dessen Autorität aber achtete, erfüllte er die Aufgabe. Doch am 7. Tag brach es aus ihm heraus: „Vater, die Aufgabe ist sinnlos. Nichts von dem, was ich trug, ist hier angekommen!“ „So ist es, wie mit deinem Gebet“ sagte der Mönch. „Das, was du im Blick hattest, brachte kein Ergebnis. Doch geh nun noch einmal den Weg und schau auf deine Füße.“ Da erst gingen dem Mann die Augen auf. Durch das Wasser, was er vergoss, waren auf der ganzen Strecke zarte Pflanzen gewachsen.
"Gelobt sei Gott, der mein Gebet nicht verwirft, noch seine Güte von mir wendet." (Psalm 66,20). Ein kraftvolles Wort. Doch auch dieser Beter wird erfahren haben, dass er die Wirkung seines Gebetes nicht immer sehen konnte.
Mit dieser Andacht endet unsere kleine Reihe der Früchte der Bibel. Wir können oft nicht kontrollieren, wo Früchte wachsen. Egal ob wir beten oder durch Taten Gottes Liebe in die Welt tragen, die Wirkung bleibt manchmal unsichtbar – und wird doch, durch Gottes Güte, auf unserem Weg fruchtbar sein.
Text: Timon Tesche