Meine Andachten

Wege ins Leben

Woran glaubst du?

Jakob ist 16 Jahre alt. Ich kenne ihn schon seit mehreren Jahren. Die Beziehung zu Jakob ist schon so etwas wie eine Freundschaft. Tagsüber ist er laut und lebenslustig, manchmal auch leise und nachdenklich. Er kommt häufig ins Jugendzentrum, kickert, isst Snacks an der Theke.
Nachts fühlt er sich allein und einsam. Da kommen ihm die Fragen hoch nach dem Sinn des Lebens, nach der eigenen Zukunft, nach Liebe und Lust, nach Freundschaft und verlässlichen Beziehungen.
Er schreibt seine Fragen hinaus in Facebook, schreibt über Depressionen und über die Frage, ob sich sein Leben wirklich lohnt.
Nun steht er vor mir und stellt mir Fragen nach dem Sinn des Lebens. Der BvB bietet scheinbar „Echte Liebe“ an. Irgendwie ist das doch nur ein Marketing-Artikel, diese „Echte Liebe“. Aber er ist ihm treu, seinem BvB. Leidet mit, wenn wieder mal ein Spiel verloren geht, jubelt mit seinen Idolen, deren echten Namen er stolperfrei aussprechen kann. Es ist sein BvB, mit dem geht er durch dick und dünn.
In einer ARD Themenwoche wurde gefragt: „Woran glaubst Du?“. Woran darf Jakob glauben? Bekommt er von mir einen vorgekauten Glauben, der schon nach nichts mehr schmeckt oder gelingt es mir, Jakob neugierig zu machen auf das, was Gott für ihn bereit hält? Lässt er sich darauf ein, seine Fragen auch mal zu Zeiten zu stellen, wo wir Zeit und Ruhe zum Reden haben oder ich nicht schon schlafend zuhause liege?
Bin ich der richtige Begleiter für Jakob? Immerhin teilen wir die Begeisterung für und die Treue zum BvB.
Die Frage, ob ich der richtige Wegbegleiter für Jakob bin, muss ich nicht beantworten. Meine Aufgabe sehe ich darin, ihn nicht aus dem Blick zu verlieren. Ich mache mich auf die Suche nach Anknüpfungspunkten, die Gott für Jakob und für mich bereithält. Jakob hat seine Talente, ich meine. Wir haben einiges gemeinsam aber vieles auch nicht. Uns trennt ein halbes Menschenleben und gleichzeitig verbinden uns die jugendliche Neugier und der erwachsene Erfahrungshorizont.
Wir habe ein bisschen was von den Emmaus-Jüngern die auch scheinbar zufällig mit Jesus in Berührung kamen und die nach dieser Begegnung ihre eigenen Wege zum Glauben und ins Leben gehen durften.
Möglicherweise sind Jakob und ich Gott im Jugendzentrum auch schon begegnet ohne es zu merken.
Na, - dann machen wir uns jetzt mal auf den Weg ins Leben.
Autor: MarkusW

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