SDG 5 - Geschlechter-Gleichheit
Glaube trifft Verantwortung (SDG-Andacht)
Stellen wir uns vor, wir müssten Gesellschaftsregeln festlegen – ohne zu wissen, welchem Geschlecht wir angehören werden. Wir wüssten nichts über unsere Rolle oder Stellung – nur, dass wir Teil dieser Gesellschaft sein werden. Würden wir dann nicht darauf achten, dass Rechte und Chancen gerecht verteilt sind – unabhängig vom Geschlecht?
Doch von der Idee hinter dem Gedankenexperiment des Philosophen John Rawls sind wir weit entfernt: Weltweit entscheiden Geschlechterrollen und strukturelle Machtverhältnisse über Chancen, Rechte und Sicherheit. Frauen und Mädchen haben oft schlechteren Zugang zu Bildung, verdienen weniger, leisten unbezahlte Sorgearbeit und können nicht frei über ihren Körper und ihr Leben
bestimmen. Sie sind überproportional von Gewalt und Armut betroffen.
Das 5. Nachhaltigkeitsziel fordert daher die Gleichstellung der Geschlechter und Stärkung aller Frauen und Mädchen. Im Galaterbrief heißt es:
„Es spielt keine Rolle mehr, ob ihr Juden seid oder Griechen, Sklaven oder
freie Menschen, Männer oder Frauen. Denn durch eure Verbindung mit
Christus Jesus seid ihr alle wie ein Mensch geworden."
– Galater 3,28 (BasisBibel)
Paulus beschreibt eine Vision von Gemeinschaft, in der Unterschiede nicht zu Ungleichheit führen. Die Hierarchien bleiben zwar bestehen, doch bei Gott herrscht eine radikale Gleichheit – getragen von Würde, Freiheit und Zusammengehörigkeit. Jede*r ist gleich wichtig. Als Christ*innen sind wir eingeladen, diesen Einsatz für Gerechtigkeit als Teil unseres Glaubens zu verstehen. Denn dort, wo alle eins sind in Christus, kann kein Platz für Ungleichheit und Diskriminierung sein.