SDG 17 - Partnerschaften zur Erreichung der Ziele
Glaube trifft Verantwortung (SDG-Andacht)
„Ich bin, weil wir sind" – Ubuntu, die afrikanische Philosophie der Verbundenheit, malt ein starkes Bild: Wie ein Spinnennetz trägt jeder Faden das Ganze. Reißt einer, verändert sich vieles; alle können einander tragen. Diese Verflechtungen werden in der Klima- und Gerechtigkeitskrise sichtbar: Kohlekraftwerke im Globalen Norden fördern Überschwemmungen vor allem im Globalen Süden; billige T-Shirts bedeuten Ausbeutung in Textilfabriken. Zugleich gibt es auch Netze der Hoffnung: Wissensaustausch zur Klimaanpassung, Frauen-, Friedens- und Klimabewegungen, Kampagnen für faire Löhne und Steuergerechtigkeit.
Die letzte Folge unserer SDG-Reihe gilt vielleicht einem der wichtigsten Ziele: SDG 17 – Partnerschaften zur Erreichung der Ziele. Die Umsetzung der SDGs erfordert gemeinsame Verantwortung. Benötigt werden jährlich 4–7 Billionen US-Dollar, etwa für Bildung, starke Strukturen und Klimafinanzierung. Zudem braucht es Partnerschaften zwischen Regierungen, Zivilgesellschaft und Wirtschaft – echte Partnerschaften, die Machtstrukturen hinterfragen, Betroffene ins Zentrum stellen und Kürzungen bei solidarischer, politischer Arbeit verhindern.
Im Brief an die Gemeinde von Philippi ermutigt Paulus aus dem Gefängnis – getragen vom Glauben:
„Vollkommen aber ist meine Freude, wenn ihr euch ganz einig seid, in der
einen Liebe miteinander verbunden bleibt und fest zusammenhaltet."
– Philipper 2,2 (Hoffnung für Alle)
Das ist eine Einladung zu geteilter Verantwortung, Mut und gelebtem Glauben – und zugleich ein leiser Protest gegen das herrschende System. Wie Ubuntu ruft auch Paulus zu einer Gemeinschaft auf, die durch Liebe, kritisches Prüfen und Zusammenhalt ein starkes Netz knüpft – im Sinne der SDGs: ein Netz für Nachhaltigkeit und Gerechtigkeit. Dieses Netz ist zerbrechlich – und jede*r hält einen Faden. Lass ihn nicht reißen.
Ich bin, weil wir sind.
Und das macht die Freude vollkommen.