Meine Andachten

Meine neue Kaffeemaschine

juenger sein - Entscheidungen treffen

Ich trinke gerne Kaffee!
Derzeit gibt es wohl zwei weit verbreitete Systeme. Die, wo man einfach nur einen Pad - oder die teurere Variante - eine Kaffee Kapsel einsetzt - und jene, in die man echte Bohnen einfüllen muss - die Kaffeevollautomaten.

Vor einiger Zeit hat meine treue Maschine mit den Pads seinen Geist aufgegeben. Nun musste ich mich entscheiden. Wieder so eine - alternativ mit Kapseln - oder die mit den Bohnen.
Ich habe mich - ohne recht zu wissen warum, für die mit der Bohne entschieden.

Das hätte ich mir wohl besser überlegen sollen.
Nun stand ich vor der ersten Bedienung dieses schön anzusehenden Wunders der Technik - mit etlichen Möglichkeiten der Einstellung.

Bestürzt musste ich feststellen, dass dort einige Entscheidungen zu treffen waren

welche Wasserhärte hat mein Leitungswasser? Dementsprechend musste ich den Filter einstellen - also erst mal einen Wassertest. Zum Glück lag ein Teststäbchen in der Lieferung dabei.
wie fein soll denn die Bohne gemahlen werden? Kann ich selbst entscheiden...
Was soll es denn eigentlich sein? Espresso, Espresso stark, Kaffee oder doppelten Kaffee? Kann ich alles selbst wählen...
Soll die Maschine vorher spülen? Dann ist das Wasser etwas heißer, wie die Verkäuferin im Laden angedeutet hat - oder eher nicht...
Und dann noch: wie viel Wasser möchte ich denn dazu haben. Je weniger, desto stärker wird der Kaffee oder eben Espresso...

Lauter Fragen über die ich mir keine Gedanken gemacht hatte.

Überhaupt hatte ich mir keine Gedanken darüber gemacht, dass ich so viel Entscheidungen zu treffen haben würde. Schon klar, is nur Kaffee, aber wenn ich jetzt schon so eine Maschine hatte, wollte ich ja auch ein gutes Ergebnis haben - für meinen geliebtes Heißgetränk. Ein Blick in das Handbuch sollte weiter helfen.

Es kamen mir Zweifel - hätte ich mich doch lieber wieder für ein System entscheiden sollen á la Kapsel rein , Knopf drücken - fertig - statt ständig die Wahl zu haben...

Dann dachte ich mir: Ist das nicht eigentlich häufig so? Auch in Bezug auf den Glauben und meine Nachfolge?
Grundsätzlich habe ich mich entschieden juenger zu sein - aber trotz dieser Grundsatzentscheidung - oder gerade wegen dieser Grundsatzentscheidung komme ich immer wieder in Situationen bei denen ich Entscheidungen treffen muss. Teilweise auch immer wieder neu. Denn immer wieder neu habe ich die freie Wahl, wie ich mit bestimmten Situationen und Menschen umgehen will. Immer wieder neu kann ich bewerten und abwägen: Passt diese Handlung, dieser Umgang zu meiner Grundsatzentscheidung ein Leben zu führen was Gott gefällt - es Jesus nach zu tun?

Auch das finde ich manchmal ganz schön anstrengend. Eine Einklicklösung erscheint mir dann ganz schön verlockend.
Aber will ich das wirklich, dass mir fast alle Entscheidungen aus der Hand genommen werden?, ich kaum noch Einfluss auf Entwicklungen und Abläufe habe?
Nein, dass will ich nicht. Ich will die Freiheit die Gott mir schenkt - die Freiheit selbst meine Entscheidungen zu treffen - nutzen. Auch wenn es manchmal anstrengender ist.

Für meine Kaffeemaschine muss ich sagen, dass das Handbuch mir tatsächlich weiter geholfen hat.
Für mein Leben als juengerin hätte ich auch gerne ein Handbuch - denke ich. Und dann fällt mir auf: habe ich doch! Ich habe die Bibel. Mit den Geschichten die von dem Leben und Wirken Jesu erzählen.

Außerdem - wenn ich dann doch mal länger über etwas nachdenken muss wie ich mich wohl verhalten sollte um Jesus wirklich nachzufolgen - kann ich jetzt wenigstens dabei in Ruhe einen Kaffee trinken. Einen Kaffee, der trotz etwas Aufwand aber genau so schmeckt, wie ich ihn haben will.
Autor: luci-lara

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