Maria, Josef und die Filmzitate
Die Entscheidungsprozesse der "Heiligen Eltern" auf ihrem Weg zur größten Geschichte der Menschheit
Tag 1
_„Was hat dieser Gruß zu bedeuten?“_
Was hättest *du* einem Engel gesagt, der in deinem Zimmer steht und dir die Gnade des Herrn zuspricht? Maria erschrak, aber sie war offensichtlich nicht verschreckt. Sie forsch den Engel auf, sich zu erklären.
Dieser gehorcht und offenbart, dass Maria einen Sohn gebären wird, dessen _„Herrschaft niemals aufhören“_ wird. Wie reagiert Maria? Sie bleibt sich treu und fragt forsch weiter: _„Wie soll das möglich sein? Ich habe doch noch nie mit einem Mann geschlafen!“_
Mich fasziniert dieses Gespräch, das in Lk 1, 26-37 nachzulesen ist. Maria will es genau wissen und sagt nicht einfach Ja und Amen. Sie besteht darauf, gründlich informiert zu sein, bevor sie zustimmt. Sicher ahnt sie zumindest, dass ihr „Ja“ große Folgen haben wird.
*#filmzitate*„Aus großer Kraft folgt große Verantwortung“*, der berühmte Satz, mit dem der Onkel und Mentor Ben seinem Neffen Peter Parker verdeutlicht, dass es längst nicht nur Vergnügen ist, eine besondere Gabe zu haben. Peter Parker, der ebenso überraschend zu seiner Gabe gekommen ist lernt Schritt für Schritt, damit umzugehen.
*adventskalender24* Maria scheint da schon etwas weiter zu sein. Es wirkt tatsächlich so, als wüsste sie, dass diese Gabe des Heiligen Geistes alles verändern wird und dass Dinge für sie dadurch nicht leichter werden.
Nachdem der Engel ihre Fragen beantwortet hat antwortet sie: _„Ich diene dem Herrn. Es soll an mir geschehen, wie du gesagt hast“ LK 1,37 BB_. Offensichtlich wäre es ohne ihre Zustimmung nicht geschehen.
Gibt es etwas, was Gott dir anbietet? Welche Fragen hast du? Was brauchst du, um seiner Idee zuzustimmen?
Tag 2
_„Auch Elisabet, deine Verwandte, erwartet einen Sohn trotz ihres hohen Alters“_ (LK 1,36, alle Verse aus der BasisBibel)
Der Engel hatte Maria als Antwort auf ihre Fragen (vgl. Tag 4) einen wertvollen Hinweis gegeben. _„So schnell sie konnte…“ (LK 1,39)_ geht Maria dem nach. Vielleicht, um zu überprüfen, ob es wahr ist. Vielleicht, um sich vor den Blicken ihres Umfeldes zu schützen, vielleicht, um einfach bei jemanden zu sein, die sie versteht. Lies die ganze Passage dieses Besuches in Lk 1,39-56
*#filmzitate*: *„Du hast mich an einem sehr merkwürdigen Moment in meinem Leben erwischt“* Diese Worte, die der namenlose Protagonist im 1999 erschienenem Thriller Fight Club seiner neuen Bekannten Marla zuflüstert, während vor ihnen ein Wolkenkratzer zusammenbricht, hätten auch zu der alten schwangeren Elisabet gepasst, die die junge schwangere Maria begrüßt.
Der Konsum- und gesellschaftskritische Film ist aufgrund seiner konfrontativen Härte kritisch diskutiert worden. Doch viele seiner Zitate sind längst Teil der Filmgeschichte: Hier ein weiteres Beispiel: *„Von dem Geld was wir nicht haben, kaufen wir Dinge, die wir nicht brauchen, um Leuten zu imponieren, die wir nicht mögen“*
*adventskalender24* Von solchen Problemen sind Elisabet und Maria weit entfernt. Und doch sind sie die Mütter von zwei Söhnen, deren Berufung ist, uns die Orientierung zu geben, die wir dringend brauchen, um nicht in sinnlosen Versuchen zu enden, uns selbst zu erlösen.
Tag 3
Ich habe einen Plan. – Ich habe einen Teil eines Plans!
_„Ich diene dem Herrn“_ Lk1,38 BB mit diesen Worten stimmte Maria dem Plan zu, dass sie Gottes Sohn gebären sollte. Und ihr Verlobter? Von dem weiß Matthäus Folgendes zu berichten: _„Josef lebte nach Gottes Willen“_ Mt 1,19 BB. Doch das allein reichte nicht, um das Richtige zu tun. Er kannte Gottes Gnade offensichtlich gut genug, um sich großherzig zu verhalten. Anstatt auf Ehebruch zu klagen und Maria zu steinigen, wollte er heimlich davonziehen. Somit würde er beschuldigt werden, Maria geschwängert zu haben, Maria und das Baby aber, wären vielleicht geschützt.
„Ich habe einen Plan“ dieser Teil des *#filmzitat*s von Peter Quill aus der vielfach preisgekrönten Comic Verfilmung *Guardians oft he Galaxy*, hätte auch von Josef kommen können. Bereit zu sein, einen ungerechtfertigten Verdacht auf sich zu nehmen, anstatt Rache wegen Ehebruch zu fordern, war nicht der schlechtetse Plan. Doch ebenso schnell wie Peter Quill, der unmittelbar danach einräumt nur einen Teil eines Planes zu haben („Vielleicht 12%“) erkennt Josef, dss sein Plan nicht komplett war.
*#adventskalender24* Das besondere an Josef ist, dass er bereit war, seine Perspektive zu überprüfen. Eine Erscheinung im Traum reichte aus, um seine Entscheidung zu ändern:
„Josef wachte auf und tat, was ihm der Engel des Herrn befohlen hatte“
Das zeigt mir: Nach dem Willen Gottes Leben, heißt vor allem: hinhören und auf Gottes Signale achten. Das möchte ich heute tun. In den großen Fragen, vor allem aber auch in den alltäglichen Dingen, die mir heute begegnen.