Meine Andachten

Lass' dein Licht leuchten!

Wunderkerze oder helles Licht?

Ich habe hier mal eine Wunderkerze mitgebracht.
Wunderkerzen sind schon sehr faszinierend. Wie aus einem dünnen Draht und grauem Pulver so ein Funkenzauber entsteht?
Nicht nur Kinder sind verzaubert von dem Anblick einer Wunderkerze.
Auf Konzerten gehören sie fast zur Grundausrüstung und an Silvester ist sie schon fast ein Muss.
Wunderkerzen machen sich auch auf Geburtstagstorten und allen möglichen Partys gut als Deko, wenn etwas effektvolles gewünscht ist.
Wäre es nicht cool, wie eine Wunderkerze zu sein?

Leuchtend, funkelnd, sprühend- irgendetwas besonders gut können.
Andere zum Staunen bringen können.
Vielleicht auch meinen Glauben so rüberbringen, dass sich andere begeistern lassen.
Das Problem ist: irgendwann gört auch die schönste Wunderkerze auf, zu funkeln.
Dann bleibt nur noch ein Stück Draht und ein Rest von dem abgebrannten Pulver übrig.
Jetzt ist sie nicht mehr zu gebrauchen.
Sie hat ihre gesamte Energie verbraucht.

Nein, ich glaube, wie eine Wunderkerze möchte ich lieber doch nicht sein.
Etwas anderes ist da schon näher an der Wahrheit dran:
Eine Kerze.
Nicht so spektakulär wie die Wunderkerze.
Aber sie leuchtet.
Still, aber treu.

Wo die Kerze leuchtet, ist es nicht mehr dunkel.
Klar, es wird nicht taghell, wie bei einem bengalischen Feuer oder einer Leuchtrakete, aber sie hält deutlich länger durch.
Je nach Kerze sogar mehrere Stunden.
Trotz der kleinen Kraft fällt sie in einem dunklen Raum sofort auf.
Und wenn sie dann mal abgebrannt ist, kann sie mit Kerzenwachs wieder recycelt werden.
So ist das auch bei uns.
Wir haben viel Energie und können uns auspowern, aber irgendwann müssen auch wir Pause machen und Energie tanken.
Wenn wir begeistert von etwas sind, dann fragen Menschen:
Du brennst so für deine Sache. Woher kommt das? Woher hast du so viel Kraft?
Dann erzählen wir gerne von unserer Quelle, an der wir uns mit Licht und Energie versorgen.
Wir erzählen von dem, was uns Kraft gibt und was uns antreibt, weiter zu machen und dran zu bleiben.
Ich wünsche euch, dass ihr die Erfahrung macht, dass Gott jemand ist, bei dem ihr neue Kraft schöpfen könnt.
Der euch neuen Mut macht und das Feuer in euch wieder entzündet.
In einer anderen Bibelübersetzung heißt es:
Wenn du dir eine Lampe für dein Zimmer besorgst und sie nachts anmachst, dann stellst du sie doch auch nicht unters Bett.
Ganz im Gegenteil, du stellst sie dahin, wo sie jeder sehen kann du si auch für dich wichtig ist.
Genauso soll auch euer Licht für alle Menschen sichtbar sein.
So wie ihr lebt und an eurer Einstellung, daran sollen sie euren Vater im Himmel erkennen und von ihm begeistert sein.

Es gibt Menschen, die von innen leuchten – ohne, dass sie ständig strahlen.
Ich möchte euch Mut machen, euer Licht nicht zu verschwenden wie eine Wunderkerze.
Natürlich wird niemand dagegen sein, wenn ihr zeigt, was ihr könnt.
Aber verliert nicht das eigentliche Ziel aus den Augen.
Also zeigt der Welt, für wen euer Licht scheint.

Guter Gott,
danke, dass du das Licht geschaffen hast, dass du dir Farben und Funken und Glühen und Schimmern ausgedacht hast.
Danke, dass du die Welt auch durch jede und jeden von uns heller machen willst, dass wir dein Licht verbreiten können, da, wo wir sind.
Gut, dass wir nicht aus eigener Kraft leuchten müssen, sondern bei dir auftanken und uns beschenken lassen können.
Lass uns leuchten – für dich und für andere.
Amen.
Bibelstellen zur Andacht:
Mt 5,14 - 16
Autor: diakon_jan

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