sammlung

Kantate

Singt

Von ferne klingt noch die Passionszeit und die freudige Osterbotschaft nach und vor uns sehen wir bereits Himmelfahrt und Pfingsten. Und mittendrin: Kantate. Singt!

Und auch jahreszeitlich verbindet dieser Sonntag den Blick auf die sich langsam wieder belebende Erde mit dem Blick in den sich wieder über uns weitenden Himmel. Die Brücke auch
hier: Kantate. Singt! Und so umspannt denn ja auch das Singen einen weiten Tonraum vom tiefen Bass bis zum hohen Sopran.

Mit dem Singen verlassen wir den sehr begrenzten Klangraum des Sprechens. Wir lassen uns tief fallen und wir steigen höher hinauf. Der Atem wird weiter und der Herzschlag kräftiger. Wir finden einen Rhythmus, der das Chaos sortiert.
Wer singt, der belässt es nicht beim Denken, der öffnet sich ganz unweigerlich für den Bereich der Gefühle.
Singen ist sprechen in Farbe, ja Sprechen mit Seele und wenn es gut geht, dann führt uns das Singen in die Gegenwart Gottes – dann klingen die Töne aus in die Weite Gottes.
So umspannt der Sonntag Kantate den weiten Raum von Karfreitag bis Pfingsten: Traurigkeit, Auferstehung, Begeisterung.

Das Singen, insbesondere an diesem Tag, bringt all das zum Klingen. Im Singen erfahren wir etwas von uns selbst, auch gerade dadurch, dass wir i.d.R. mit anderen zusammen singen; z.B. wir entdecken unsere Stimmlage, wir lernen die
Balance zwischen Führen und Rücksichtnahme und entdecken so, wie sich Gemeinschaft bilden kann.

Und von und wohl auch zu Gott lässt sich besser und angemessener singen als sprechen. Im christlichen Glauben singen wir i.d.R. Lieder, die von Gott erzählen oder die im Grunde Gebete zu Gott sind. Schon allein dadurch erfahren wir etwas über Gott und geben etwas von Gott weiter, aber
eben ausdrücklich in einer Form, die in besonderer Weise geeignet ist, von Gott zu erzählen oder zu ihm zu beten.

Singt! In der Bibel stehen viele Texte/Lieder, die uns deutlich machen, Singen ist nicht nur Freude und Dank, sondern auch durchaus Klage oder Protest.
Doch Bibelworte ermutigen uns alles, wirklich alles, vor Gott zu bringen. Davon zu singen wie uns gerade zumute ist.
Vielleicht ist das persönliche Lied gerade kein Lob- oder Danklied, vielleicht sind da Klagen und Trauer oder Angst und Wut. Aber wir dürfen darauf vertrauen, Gott hört unser ganz persönliches Lied! Gott hört die leisen und zaghaften Töne, ebenso die fröhlichen und lauten Klänge.

Demzufolge: stimmen Sie ganz besonders an diesem Wochenende mit ein, in den Lobgesang Gottes, der uns frei macht, der uns Leben – ewiges Leben – geschenkt.

Deswegen „Singt dem Herrn ein neues Lied!“ den Gott tut Wunder! Amen.
Autor: Niklas

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