Eine Glas Parabel
Wenns im Leben mal schwer wird
S2: Eines Tages betrat ein weiser Professor den Hörsaal seiner Universität. In seinen Händen hielt er ein grosses, leeres Glas. Die Studenten schauten ihn neugierig an und fragten sich, was er wohl vorhatte.
S3: #leeres Glas auf den Tisch stellen
S2: Ohne ein Wort zu verlieren, griff der Professor zu einem Sack voller Steine und begann, diese vorsichtig in das Glas zu legen, bis es voll war.
S3: #Steine ins Glas legen
S2: Dann drehte er sich zu seinen Studenten um und fragte: "Ist dieses Glas voll?"Die Studenten schauten auf die Steine, die das Glas bis zum Rand füllten, und nickten. "Ja, es ist voll," antworteten sie im Chor.
Der Professor lächelte leicht und nahm einen Eimer voller Kieseln. Er schüttete diese ebenfalls in das Glas und schüttelte es leicht. Die kleineren Steine rutschten in die Zwischenräume zwischen den Steinen.
S3: #Kieselsteine ins Glas schütteln
S2: Er fragte erneut: "Ist das Glas jetzt voll?" Die Studenten waren sich nicht mehr so sicher, aber nach einigem Überlegen stimmten sie zu: "Ja, jetzt ist es voll."
Doch der Professor war noch nicht fertig. Er griff zu einem Beutel mit Sand und begann, den Sand vorsichtig in das Glas zu schütten. Der feine Sand rieselte in die kleinsten Lücken und füllte den Raum zwischen den grossen und kleinen Steinen aus.
S3: #Sand ins Glas schütten
S2: "Und jetzt?" fragte er. Die Studenten lachten. "Nein, jetzt ist es wirklich voll." Das Glas, so erklärte der Professor, steht für Euer Leben. Die großen Steine, das sind die wichtigen Dinge, die ihr in Euerm Leben vorhabt. Dazu kommen die weniger wichtigen Dinge, die passen noch dazwischen, wie die Kiesel. Und wenn das alles untergebracht ist, kommt all das übrige, die Kleinigkeiten, das, was im Leben ungeplant so alles passiert. Dafür steht der Sand. Und der Professor schloss mit folgenden Worten: Wenn ihr die wichtigen Dinge nicht am Anfang in euerm Leben unterbringt, dann füllt sich das Glas mit Sand und für die Steine wird kein Platz mehr da sein.
S4: Manchmal ist es aber so, dass ein Lebensglas nicht komplett leer ist. Wie zum Beispiel in diesem Glas.
S3: #Nichtleeres Glas auf den Tisch stellen
S4: Ein Teil des Glases ist besetzt. Und das einfach so, vielleicht plötzlich und unerwartet oder auferlegt. Stress, Leistungsdruck, eine plötzliche Krankheit oder Umgestaltung im Leben, die vorher nicht geplant war. Es gibt Zeiten im Leben, da ist dann schon etwas von dem Lebensglas gefüllt und das kann bei jedem und jede von euch etwas anderes sein. Und ich kann nichts dagegen tun, ausgesucht habe ich es mir nicht.
Und dann kann ich mein Glas weiterfüllen. Wie würde die Geschichte vom Professor dann aussehen. Unten liegt bereits symbolisch für all das Schwere etwas im Glas. Der Professor legt nun die Steine hinein.
S3: #Steine ins Glas legen, mit Haufen oben auf dem Glas
S4: Und dann kommen die Kiesel dazu.
S3: #Kiesel einfüllen. Wenn etwas herunterfällt, fallen lassen
S4: Schließlich die Kleinigkeiten des Lebens.
S3 #Sand ins Glas füllen, bis es überläuft.
S4: Ihr seht selbst, da ist kein Platz im Glas. Im Gegensatz zu vorher bleiben Sachen übrig, ja es werden sogar Dinge fallen gelassen.
S2: Zwei Gläser, beide befüllt mit Steinen, Kiesel und Sand. Diese Gläser sind Leben. Die Steine repräsentieren die wirklich wichtigen Dinge – das können eure Familie, eure Gesundheit, eure Freunde, eure Leidenschaften sein – Dinge, die, uns erfüllen, wenn die Welt um uns zusammenbricht.
Die Kiesel stehen vielleicht für unsere ehrenamtlich Arbeit, unser Engagement bei der Evangelische Jugend, für einen Abend mit Freunden.
Und der Sand für all die kleine Dinge, die im Alltag immer irgendwie dazwischen gequetscht werden.
Hätten wir zuerst Sand in die Gläser gefüllt, dann bleibt kein Platz für Steine und die Kiesel. Dasselbe gilt für euer Leben: Wenn wir all unsere Zeit und Energie in die kleinen Dinge investieren, werden wir niemals Platz für die wichtigen Dinge haben, die wirklich zählen.
S3: Manchmal ist es eben so wie im zweiten Glas. Ein Großteil unseres Lebens, eines Lebensabschnittes ob kurz oder lang wird von etwas begleitet, dass wir uns nicht unbedingt ausgesucht haben. Und dabei ist es manchmal gar nicht so einfach zu formulieren, was genau das in dem Moment ist. Für jede und jeden von uns wird das vielleicht etwas anderes sein, dass uns in unserer Prioritätensetzung beeinflusst und einschränken könnte. Es lässt sich nicht mehr so planen, wie wir es im ersten Glas gemacht hätten. Wir müssen mit der Situation umgehen und das bedeutet, dass wir sowohl Steine als auch Kiesel, also sowohl große als auch kleine Dinge nicht wie erwünscht unterbringen können.
S4: Und das kann manchmal ganz schön nervig sein. Nichts läuft gerade so, wie man es sich gewünscht hätte und das, was sonst positiv auf das Wohlbefinden ausgewirkt hat, hilft überhaupt nicht mehr.
Und manchmal erleben wir das bei Freunden und Freundinnen. Das, was vor einem halben Jahr kein Thema war, der spontane Ausflug ins Freibad, die langen Abende in der Disko, das geht plötzlich nicht mehr. Keine Kraft, keine Zeit, keine Lust. Und wir fragen uns, was da los ist.
Das kann auch bedeuten, dass der Glaube, der uns bisher immer Kraft gegeben hat, komplett in Frage gestellt wird.
Alle geben Ratschläge, wie es besser werden kann, aber das ist nicht das, was man in dem Moment gebrauchen kann. Auch wenn sie manchmal nerven, ist man dankbar für die Menschen, die einen begleiten. Wenn ich es brauche, äußern kann, was ich benötige, sind sie da und unterstützen bei dem, was mir gut tut. Und auch das kann manchmal einfach nicht möglich sein.