Ein Baum der Mahnt
Früchte und Pflanzen der Bibel - Andachten für jeden Tag
70 Jahre lange ist unser Apfelbaum groß gewachsen, hat Blätter, Blüten und vor allem Äpfel produziert. In den letzten 10 Jahren ist er immer mehr kaputt gegangen. Erst sind einzelne Äste abgebrochen, dann ist die Rinde zurück gegangen und die Hitzesommer der letzten Jahre haben dann das ihrige getan.
Nach dem Absägen konnten wir sehen, wie sehr er von innen geschädigt war. Schon der Prophet Joel schreibt: „Der Weinstock steht jämmerlich und der Feigenbaum kläglich, auch die Granatbäume, Palmbäume und Apfelbäume, ja, alle Bäume auf dem Felde sind verdorrt. So ist die Freude der Menschen zum Jammer geworden.“ (Joel 1,12)
Fehlendes Wasser und Hitze setzt Pflanzen schwer zu, durch den menschengemachte Klimawandel werden solche Naturkatastrophen häufiger. Joel warnte schon im Alten Testament vor Dürren und davor, dass wir direkt vom Wetter abhängig sind. Wir haben es in der Hand, durch unseren Lebensstil, durch unsere (politischen) Entscheidungen dem Klimawandel entgegenzutreten und Joels Warnung zu hören.
Und wenn wir scheitern? Wenn wir das Ganze nicht mehr aufhalten können? Wir sind doch so klein! „Eine*r von uns kann allein doch gar nichts ändern.“
Wenn die Verzweiflung überhandnimmt, dann haben wir immer noch Hoffnung: „Wenn ich wüsste, dass morgen die Welt unterginge, würde ich heute noch ein Apfelbäumchen pflanzen“, soll Martin Luther gesagt haben.
Text: Maxie Kordes