sammlung

Die Orange der Gerechtigkeit

Früchte und Pflanzen der Bibel - Andachten für jeden Tag

Orangen? Die finden sich nicht in der Bibel! Sie wurden erst 1000 Jahre n. Chr. gezüchtet. Und doch finden sich seit den 1980er Jahren immer öfter Orangen auf den Tischen der jüdischen Passah-Feiern. Eingeführt wurde der Brauch von der amerikanischen Professorin für jüdische Studien Susannah Henschel. Jedes Lebensmittel auf dem Passah Tisch hat eine symbolische Bedeutung. Die Bitterkräuter erinnern an Unterdrückung, das Salzwasser an Tränen, das Lammfleisch an Verschonung. Und die Orangen? Sie stehen symbolisch dafür, dass Manches, was lange nicht denkbar war, dazu gehört: Sie ist ein Symbol für den fruchtbaren Beitrag homosexueller Personen zum jüdischen Leben.

Auf immer mehr jüdischen Tischen finden sich seitdem Orangen als Symbol für alle, die unsere Gemeinschaft unterdrückt und ausschließt. "Wer der Gerechtigkeit und Güte nachjagt, der findet Leben, Gerechtigkeit und Ehre" steht in Sprüche 21,21. Orangen können auch uns erinnern und motivieren, der Gerechtigkeit nachzujagen. Fair gehandelte Früchte tragen dazu bei, dass Menschen Gerechtigkeit zuteil wird.

Das tut auch die Orangen-Aktion “Süß statt bitter”:
faire-orangen.de die das oikos Institut gemeinsam mit anderen ins Leben gerufen hat.

Orangen finden sich nicht in der Bibel – aber sie erinnern uns: An Menschen, die unsere Gemeinschaft ausschließt, an die Möglichkeit, durch faire Konsumentscheidungen Gerechtigkeit zu schaffen und an den Genuss der letztlich überall entsteht, wo sich Gerechtigkeit ausbreitet.

Text: Timon Tesche
Bibelstellen zur Andacht:
Sprichwörter/Sprüche 21,21 - 21

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