sammlung

Bestätigung bitte!

Bin ich auf dem richtigen Weg?

Erinnerung an einen Orientierungslauf im 8. Schuljahr: Teenager allein im Wald…. Was als spaßige Schnitzeljagd beginnt, wird irgendwann zur kräftezehrenden Ausdauerprobe. Auf einer schlecht kopierten und nach kurzer Zeit auch völlig verschlissenen Karte versuchen wir, die Position des nächsten Punktes zu markieren: Kann es wirklich sein, dass dieser jenseits aller eingezeichneten Wege liegt, irgendwo im dichten Gestrüpp? Sind wir noch auf der richtigen Spur? Lohnt es sich überhaupt, weiter zu suchen? Die Beine sind nach 2 Stunden Waldlauf inzwischen recht schwer. Doch dann: In der Nähe der errechneten Position ein weißes Kreuz, mit Kreide auf einen Baumstamm gemalt - das Zeichen! Auf einmal durchströmt mich neue Energie, die weitere Strecke läuft sich wie von selbst…

Kennst du das auch? Wenn man weiß, dass man auf dem richtigen Weg ist, fällt es viel leichter, Mühen auf sich zu nehmen, als wenn man unsicher ist, ob man überhaupt die richtige Richtung eingeschlagen hat. Das gilt beim Waldlauf genauso wie bei anderen Herausforderungen des Lebens.

Die Bibel erzählt dazu eine schöne Geschichte, nämlich von Gideon, den Gott auserwählt, um die Israeliten im Kampf gegen Midian und seine Männer anzuführen. Schon jahrelang haben die Truppen Midians die Israeliten belagert, sodass viele sich bereits fragen, wie es eigentlich um Gottes Unterstützung bestellt ist. Eines Tages erscheint Gideon ein Engel und verkündet ihm Gottes Auftrag. Gideon staunt – und sucht nach einem Zeichen der Bestätigung:

Hab ich Gnade vor dir gefunden, so mach mir doch ein Zeichen, dass du es bist, der mit mir redet. (Richter 6,17)

Der Engel bestätigt durch ein Feuerzeichen seine göttliche Herkunft. Daraufhin wird Gideon mutiger. Doch als es darum geht, wirklich in den Kampf zu ziehen, überkommt ihn erneut Unsicherheit. Wieder bittet er Gott um ein Zeichen, mit etwa folgenden Worten: Wenn ich wirklich kämpfen soll, dann mach, dass die Schafwolle, die ich hier auslege, über Nacht vom Tau nass wird, der Boden ringsherum aber trocken bleibt. Als er am nächsten Morgen die Wolle auswringt, ist Gideon aber immer noch nicht sicher und verlangt vorsichtshalber für die nächste Nacht das Gegenteil: Nur die Wolle solle trocken bleiben, der Boden aber nass werden. Auch dies tritt ein. Also macht er sich auf den Weg… Das Ende der Geschichte sei hier nur ganz kurz zusammengefasst: Gideon zieht in den Kampf mit einer zahlenmäßig deutlich unterlegenen Truppe, aber mit Gottes Hilfe gelingt es ihm, Midian zu schlagen.

Vielleicht hast du auch ein wenig geschmunzelt über die kindlich-konkreten Zeichen, die Gideon von Gott erbittet. Aber wenn wir ehrlich sind, kennen wir dieses Bedürfnis doch alle: „Mach mir doch ein Zeichen“: Wie gerne hätten auch wir hier und da mal ein Zeichen Gottes, dass wir auf dem richtigen Weg sind. Wie oft fragen wir uns: Ist das, was ich tue, was ich mir vorgenommen habe, wirklich richtig? Lohnt sich die Mühe oder bin ich auf dem Holzweg? Wie toll wäre es, wenn Gott auch uns so konkret antworten würde wie Gideon…

Manchmal bekommen wir solche Zeichen: Eine glückliche Fügung, ein bestärkendes Wort, eine helfende Hand,… Doch oft genug bleibt die Unsicherheit bestehen: Ist das Studium, das ich begonnen habe, wirklich das richtige für mich? Soll ich an der Beziehung festhalten, auch wenn ich enttäuscht worden bin? Lohnt es sich, gegen die Krankheit zu kämpfen, die mir diagnostiziert worden ist?

Die Geschichte Gideons macht deutlich: Gott kennt uns Menschen. Und er weiß, dass wir Bestätigung brauchen, dass wir Zeichen suchen. Gott kennt uns so gut, dass er sich manchmal sogar auf Spielereien mit Wolle einlässt.

Und auch wenn die ganz konkrete Bestätigung oft fehlt, gilt doch ein Versprechen für Gideon wie für uns heute: „Ich will mit dir sein!“ (Richter 6,16). Gott wird dich nicht vor jedem Irrweg bewahren, du wirst auch mal umdrehen müssen, manche Strecke vergeblich laufen, doch eines gilt: Gott geht mit.

Lass das Kreuz dein Zeichen sein, nicht nur im Wald, sondern überall in deinem Leben. Du siehst es täglich: Auf Kirchtürmen, am Wegesrand, in öffentlichen Gebäuden, an Häuserwänden, als Schmuck etc. Es ist die Bestätigung, die Gott uns durch seinen Sohn Jesus Christus geschickt hat. Und es sagt: Gott will mit dir gehen auf allen deinen Wegen. Er ist auch auf Irrwegen und Umwegen und Durststrecken an deiner Seite, er begleitet dich durch jedes Gestrüpp, in Krankheit, ja sogar bis in den Tod und darüber hinaus.

Du bist auf dem richtigen Weg, denn Gott ist bei dir.
Amen.

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