sammlung

Antworten zu unserem "Warum?"

Karfreitag

Maria kommt nach Hause. Was für ein Tag. Was für ein schrecklicher Tag.
Der Tag, an dem sie ihren Sohn verloren hat.
Jetzt ist sie zuhause. Die anderen sind gegangen. Haben ihr noch Beileid gewünscht. Aber jetzt müssen sie auch nach Hause, zu ihren eigenen Familien.
Sie schenkt sich einen Schluck Wein ein. Und bricht ein Stückchen Fladenbrot ab. Heute hat sie noch keinen Bissen gegessen. Hat nichts runtergebracht.
Wie soll es jetzt weitergehen? Wie soll sie jemals weiterleben können, ohne ihr Kind?
Es fühlt sich falsch an, ja es ist falsch, wenn Kinder vor ihren Eltern gehen müssen.
„Warum Gott?“, schreit sie wortlos. „Warum hast du ihn mir nehmen lassen?.....Das hast du mir nicht gesagt, damals, als du mich im Engel besucht hast und mir verkündet hast, dass ich ein Kind erwarte. So unverhofft. Dann so geliebt.“
Warum Gott? Das frage auch ich mich ganz oft. Heute, am Karfreitag, zum Beispiel.
Warum ist noch immer Krieg in der Ukraine?
Warum sind da noch immer Kinder in Afrika oder Haiti, die nicht mal das nötigste zu Essen haben?
Warum sterben Kinder – manchmal noch ganz kleine?
Warum?
Antworten habe ich auf all meine „Warums“ keine. Aber ich hoffe, dass Gott sie hat. Und dass wir sie einst erfahren werden.
Maria musste nur 3 Tage auf ihre Warum-Antwort warten. Ihr Sohn lebt. Jesus ist auferstanden. Ein Wunder.
Wir warten auf unsere Antworten meist länger. Manche von uns ein Leben lang.
Aber Ostern macht mir Hoffnung, dass einst alle „Warums“ zu ihren Antworten finden.
Ich wünsche Ihnen einen gesegneten Karfreitag


Ihre Pfarrerin Stephanie Mages

0 Kommentare